Beratungsqualität vs. wirtschaftlicher Ausgleich

Es gibt Situationen im Leben, da fällt man fast vom Glauben ab. Mag sein, daß ich vielleicht manchmal etwas zu blauäugig durch´s Leben gehe und generell immer erst mal an das Gute in den Menschen glaube – allerdings ist eine meiner tiefsten Überzeugungen, daß Qualität sich auf Dauer durchsetzen wird.

Doch: Stehe ich mit dieser Meinung denn mittlerweile alleine da?

Für einen Interessenten, bei dem in der Vergangenheit wohl so ziemlich alles schief gelaufen ist was schief laufen kann (Beteiligungen die in einem Totalausfall endeten, hoffnungslose Überversicherung, unstrukturiertes Stückwerk im Depot, etc.), habe ich ein Konzept ausgearbeitet, daß Ihm und seiner Frau ermöglicht, das ehemals persönlich gesteckte Ziel (Ruhestand mit 55) nun doch noch zu erreichen. Aufgrund der Historie keine leichte Aufgabenstellung, jedoch noch lösbar.

Da wir solche Konzepte generell mit dem Steuerberater des Kunden besprechen wollte ich also einen Termin mit dem steuerlichen Berater des Kunden vereinbaren. Ich staunte nicht schlecht, als ich auf Ablehnung gestossen bin.  Der Steuerberater möchte sich auf keinen Fall mit mir treffen, obwohl er weder das Konzept noch mich und unser Leistungsspektrum kennt. Dem Kunden hat er ausdrücklich von einer Zusammenarbeit mit mir abgeraten.

Die Begründung: Er hat bereits Vertragspartner, auf die er in solchen Fällen zurückgreift. Er sieht keinerlei Bedarf mit mir zusammenzuarbeiten.
(Zwischen den Zeilen: Da ich von Ihnen keinen wirtschaftlichen Ausgleich erhalten, habe ich keine Lust daß Sie meinen Mandanten beraten.)

Nun ja, was diese “Vertragspartner” (die ich kenne und die in der Branche was Qualität angeht auch hinlänglich bekannt sind) in der Vergangenheit so alles angerichtet haben, daß habe ich hier schwarz auf weiss vor mir liegen.  Das “gesamte Werk”  ist ein Paradebeispiel provisionsgesteuerter, von absoluter Profitgier getriebener Beratung. Die Wünsche des Kunden wurden explizit und wissentlich zugunsten maximaler Provisionserträge übergangen,  die Zusammenstellung der “Anlagen” passt nicht ansatzweise zur Risikoaffinität der beratenen Person.

Nun frage ich mich: Kann man wirklich derart gierig und skrupellos sein, daß man alle Prinzipien über Bord wirft und nur noch auf den eigenen Vorteil bedacht ist? Ist eine vertrauensvolle, integere Zusammenarbeit die auf Kundenzufriedenheit und nicht auf höchstmöglichen eigenen Profit und “Schmiergeldzahlungen” ausgerichtet ist in der heutigen Zeit nicht mehr möglich oder erwünscht? Nimmt man es in Kauf, Existenzen “durch den Schornstein zu jagen” um den schnellen €uro zu machen?

Es grüßt sie herzlich,
Ihr
Stefan R. Müller

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Autor: Stefan R. Müller
Datum: Mittwoch, 13. Januar 2010 18:00
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